Der Ignoranz-Test

„Früher war alles besser“, hör ich die Leute oft sagen. Die Dinge waren einfacher, die Menschen netter und das Böse der Welt harmloser. Ich möchte entgegnen: Das ist Unsinn. Früher war alles nur eins – nämlich früher. Das beweist auch die Statistik, denn tatsächlich geht es den Menschen heute so gut wie nie zuvor.

Aber woher kommt dann unser Eindruck? Dafür gibt es mehrere Gründe, aber zwei davon sind besonders relevant. Zum einen neigen die Menschen dazu, die Vergangenheit zu romantisieren. Stellen Sie sich vor, sie könnten mit einer Maschine durch die Zeit reisen – in welches Jahr würden sie wollen? Die eleganten 20er? Die funkigen 70er? Die rockigen 80er?

Ich persönlich würde ja in die Zukunft fliegen wollen, um zu erfahren, was auf uns zukommt. Aber auf diese Antwort kommen die meisten Befragten gar nicht. Denn die meisten Menschen wählen lieber etwas Bekanntest, Vertrautes als etwas Neues, Unbekanntes. Denn auch wenn das bekannte, vertraute seine schlimmen Seiten hat – es ist immer noch besser, als nicht zu wissen, was auf einen zukommt.

Zum anderen liegt es aber auch daran, dass die Medien fast ausschließlich über die Katastrophen, Tragödien und Schicksale berichten. „10.000 Tote“ hier, „Bombenattentat“ da. Die Welt ist voller Grausamkeiten – zumindest suggeriert das mein Fernseher, und der ist nun mal die Nummer-Eins-Informationsquelle der meisten Deutschen.

In der DDR gab es jeden Tag im Fernsehen eine Durchsage, in der aufgelistet wurde, welche Ziele der Planwirtschaft an diesem Tag erreicht wurden. Propaganda, schon klar. Das andere extrem sozusagen. Ein Mittelweg wäre gut.

„Positiv Daily“ (zu deutsch: täglich positiv) will diesen Weg beschreiten: „Weg vom täglichen Nachrichten-Stress, hin zu Zusammenhängen: Positive Daily vermittelt Verständnis statt einzelner Informationen. Wir schreiben nicht nur über Probleme, sondern diskutieren auch Lösungen.“

Und ratet, wer da mithilft? Richtig: Ich! 🙂