Me, myself und das Mic

Die Anzeige war schlicht: „Selbstbewusste, attraktive Moderatorin gesucht.“ Nun hätte ich mich zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich als Moderatorin bezeichnet, schließlich hatte ich noch nie professionell moderiert – als selbstbewusst und attraktiv aber schon (und wenn das nicht selbstbewusst ist, dann weiß ich es auch nicht.) Ich rief die Nummer an – und hatte den Job. Außer mir hatte sich wohl auch niemand gemeldet.

Es handelte sich bei der Veranstaltung um einen privaten Geburtstag. Einem etwas größeren Geburtstag, denn sie gab einen Skateboarding-Contest, eine Kickbox-Show und drei Bands. Alles an einem Abend. Mein Part: Die Kickboxing-Show moderieren.

Eigene Vorbereitungen 

Nach einer kurzen Recherche im Internet fand ich, worauf ich zu achten hatte. Ich begann mit meiner Vorbereitung: Traf mich mit dem Veranstalter, einigen Beteiligten, forderte Informationen an. Punkt.

Am Tag der Moderation selbst kam ich zwei Stunden, bevor die Veranstaltung überhaupt los ging und machte mich selbstständig mit allen Teilnehmern bekannt: Türsteher, Barkeeper, Schiedsrichter, Bandmitglieder, Techniker – einfach jeden. Auch das hatte ich vorher gelesen und fand es persönlich nicht nur nützlich, sondern es macht den Abend auch wesentlich angenehmer.

Meine erste Moderation

Mit einer Verzögerung von zwei Stunden war es endlich so weit: Die Show ging los. Ich hatte mich umgezogen, griff zum Mikro und plapperte los. Meine Notizen lagen stichpunktartig vor mir auf dem Tisch neben der Stoppuhr für die Boxkämpfe. Ich stellte mich vor, holte Applause für den Veranstalter und alle Beteiligten ein, stellte die Kämpfer vor, läutete die Glocke – das Startsignal für den Kampf -, und füllte die Pausen zwischen den Kämpfen.

Ich war zufrieden. Ich, und alle anderen auch. „Man merkt richtig, dass du das schon häufig gemacht hast“, sagte man mir nach der Show. Ich grinste und bedankte mich.