Trick #18: (Kostenlose) Fortbildungen

Man lernt nie aus, das hat schon meine Oma immer gesagt. Auch, wenn sich die beiden sonst nicht wirklich einig werden, diese Meinung teilt sie offenbar mit RTL, oder zumindest mit der RTL Journalistenschule. Die bieten über ihrer Webseite Aus- und Weiterbildungen an.

„Lebenslanges Lernen“ ist eine Pflicht, die wie für jeden Beruf auch in der Medienbranche besteht“, heißt es da.

Ein wichtiges Prinzip. Es folgt direkt nach: Versuche immer aus allem Geld zu machen. Denn verschenkt werden die Fortbildungen nicht. Zwischen 160 und 190 Euro pro Tag zahlt der Teilnehmer. Im Vergleich zu anderen Seminaren ist das sogar günstig.

Ein finanzielles Problem

Fortbildungen sind teuer, aber notwendig. Denn wer als Quer-Einsteiger in den Journalismus möchte, muss mehr als nur ein Talent zum Schreiben vorweisen. Eine gewisse Anzahl an selbstständigen Fortbildungsnachweisen ist gern gesehen. Doch woher das Geld nehmen, wenn man nicht schon mit beiden Füßen im Berufsleben steht und sein eigenes Geld verdient?

Auch hier gibt es ein paar Tricks, die ich euch vorstellen möchte.

 

Die Volkshochschule (VHS)

Fast jede Stadt hat eine (in der Nähe), und fast jede VHS bietet den Bereich „EDV und Medienbildung“ an. Die Kurse kosten wenig bis gar nichts. So habe ich die Kurse „Interviews führen: fragen, zuhören, nachhaken!“ und „Die Live-Moderation“ bei WDR-Moderatorin Jeanette Kuhn besucht. Kostenlos.

Bürgerfunk

Ja, ich weiß: Der Bürgerfunk ist nicht gerade beliebt, sein Programm meistens – sagen wir: – lokal orientiert. Ähnliches gilt für das Campus Radio, was die Universität anbieten. Doch als Ausbildungsstätte ist beides perfekt geeignet: Da die Sender (im besten Fall) unabhängig und unbezahlt sind, kann auch jeder einfach damit rumexperimentieren. Außerdem kommt man in Kontakt mit echten Profis, denn viele heutige Radio-Moderatoren haben genau so angefangen. Als einfach hingehen, und ausprobieren. Noch dazu bieten beide Organisationen regelmäßig Fortbildungen an, die vom Land gefördert werden.

Das Campus-Heftchen

Das gleiche gilt für die schreibenden Künste: An vielen Universitäten gibt es eine interne Zeitschrift. Auch die braucht Redakteure. Man muss die investierte Arbeitszeit nur als Fortbildung ansehen, denn bezahlt wird man dort natürlich nicht. Dafür aber kostenlos fortgebildet, und – wie auch beim Radio – man trifft auf spätere Profis.

Die Universität

Zum Thema „Audiovisuellen Medienkompetenz: Videoproduktion“ habe ich mal ein zweiwöchiges Block-Seminar der Westfälische-Wilhelms-Universität in Münster besucht. Dies wurde über die Uni ausgeschrieben. Natürlich war ich zu dem Zeitpunkt Student und konnte mir die Leistungspunkte anrechnen lassen, aber notwendig ist das nicht. Theoretisch kann jeder an diesen Kursen teilnehmen, wenn er nett nachfragt. Dazu am besten am ersten Tag des Seminars auftauchen und höflich fragen – und dann natürlich auch gut mitmachen. Dazu muss man nur rausfinden, wann und wo solche Seminare statt finden und das geht über das Vorlesungsverzeichnis der Universitäten, auf die eigentlich jeder über das Internet zugreifen kann.

Medientrainer

Zuletzt noch ein absoluter Super-Tipp: Der NRW-Medientrainer. Hier werden Fortbildungen, besonders im Bereich Radio, kostenlos angeboten. Einfach in den Newsletter eintragen und sich schnell genug melden. Davon hab ich auch schon das Öfteren profitiert. 

Außerdem gibt es noch die Landesanstalt für Medien. Die bieten zwar keine kostenlose Fortbildungen an, aber ihre Medientrainer müssen – damit sie als Trainer anerkannt werden – ein mehrtägiges Seminar geben. So habe ich vor einiger Zeit ein zweitägiges Seminar zum Thema Recherche besucht, ohne dafür zahlen zu müssen.

Auch andere Institutionen bieten regelmäßig Fortbildungen an, so zum Beispiel das Starterzentrum NRW in Köln und die Landesanstalt für Medien.

Fazit

Über all diese Tricks hab ich mir ein solides Grundwissen im Bereich Medienkompetenz erarbeitet, dass auch im Wesentlichen dazu beigetragen hat, dass ich so viele Praktikumsplätze erhalten habe und später in den meisten Fällen als Freie Mitarbeiterin übernommen wurde.

Extra-Tipp: Der DJV

Wer ernsthaft im Bereich Journalismus arbeiten will, sollte langfristig auch über eine Anmeldung beim DJV nachdenken, denn auch dort werden den Mitgliedern kostenfreie Webinare angeboten.