Zensur durch Gewalt

Der Rauswurf des Journalisten Paul Larrouturou ist eine Frechheit. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die offizielle Pressekonferenz von Marine Le Pen in Paris bereits beendet war. Wenn sich die Parteivorsitzende der rechtspopulistischen Front National in einen Kreis von Journalisten stellt, muss sie mit unangenehmen Fragen rechnen.

Besonders, da Le Pen die Vorwürfe des Europaparlaments zum Missbrauch von Parlamentsmitteln konsequent ignoriert. Die Front National-Frau hätte der Frage ausweichen, eine Antwort verweigern können. Stattdessen erdreistete sich ihre Partei, den Reporter gewaltsam aus dem Saal zu werfen. Das ist eine Untergrabung der Pressefreiheit. Der Versuch, Kritik im Keim zu ersticken. Versuchte Zensur, die an eine Diktatur, keine Demokratie erinnert.

Auch das Argument, der Sicherheitsdienst habe gar nicht für die Front National gearbeitet, sondern für die Kongresshalle, ist dreiste Propaganda: Ist doch in zahlreichen Videos zu erkennen, dass der Sicherheitsdienst dem Kommando der Front National-Mitarbeiter folgt. Denn nur diese haben ein Interesse daran, Le Pen vor heiklen Themen zu schützen.

Doch brisante Fragen ist stets gerechtfertigt. Besonders dann, wenn die Antwort der Front National etliche Wählerstimmen kosten könnte. Denn da verstehen auch die Wähler der Rechtspopulisten keinen Spaß: wenn ihre Steuergelder missbraucht werden.